Home | Kontakt | Sitemap | Impressum

AG Luchs Basisinformation Luchs Luchs Monitoring Aktuelles Links


AKTUELLES


Meldungen:


Termine

Das nächste Treffen der AG-Luchs findet am 6. April 2017 um 13:30 Uhr in Stuttgart statt. Eine Teilnahme erfordert die Einladung durch das hierfür zuständige Referat 55 des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.



Newsletter: Aktuelle Informationen zum Luchs in Baden-Württemberg

Nr. 02/2016 - Stand November 2016. [767 KB] :..

Nr. 01/2016 - Stand Juli 2016. [890 KB] :..

Nr. 6 - Stand 30.11.2015. [481 KB] :..

Nr. 5 - Stand 17.10.2015. [571 KB] :..

Nr. 4 - Stand 18.08.2015. [459 KB] :..

Nr. 3 - Stand 31.07.2015. [301 KB] :..

Nr. 2 - Stand 29.06.2015. [296 KB] :..

Nr. 1 - Stand 01.06.2015. [439 KB] :..




Pressemeldungen (Auswahl)

2017|01|25 ..: Luchs "Friedl" identifiziert. [84 KB] :..

2016|11|11 ..: Luchs "Tello" vermisst. [93 KB] :..

2016|04|11 ..: Zweiter Luchs im Land mit Senderhalsband ausgestattet / Luchs Friedl lieferte ein Jahr spannende Erkenntnisse über seine Wanderungen in Baden-Württemberg. [118 KB] :..

2015|09|09 ..: Besenderter Luchs Friedl auf großer Wanderschaft durchs ganze Land. [115 KB] :..

2015|04|16 ..: Seltener Gast im Schwarzwald: Erstmals Luchs in Baden-Württemberg unter genauer Beobachtung. Gemeinsame Pressemeldung der AG Luchs. [174 KB] :..

2015|04|16 ..: Luchs im Schwarzwald besendert. Pressemeldung MLR. [113 KB] :..

2015|04|16 ..: Informationen zu der Luchspatenschaft des Landesjagdverbandes. [118 KB] :..

2013|12|27 ..: Handlungsleitfaden Wolf veröffentlicht. Ministerium für Landlichen Raum und Verbraucherschutz veröffentlicht Handlungsleitfaden Wolf. [118 KB] :..

2013|06|11 ..: Toter Luchs im Süpschwarzwald aufgefunden. Pressemitteilung FVA [97 KB] :..

2013|06|11 ..: Betrübte Luchspaten. Pressemitteilung LJV [52 KB] :..

2013|03|20 ..: Sicherer Luchsnachweis im Südschwarzwald. Pressemitteilung MLR [158 KB] :..

2012|05|02 ..: BZ-Interview zur möglichen Wolfsbeobachtung aus dem Hotzenwald [192 KB] :..

2012|05|01 ..: BZ-Interview zur möglichen Rückkehr des Wolfes nach Baden-Württemberg [80 KB] :..

2009|05|06 ..: Pirsch: Gut auf den Wolf vorbereitet [335 KB] :..

2009|01|22 ..: Luchsfahndung - gemeinsame Pressemeldung von NABU, LJV, LI und FVA [72 KB] :..

2008|07|10 ..: Startschuss für den ersten Luchspfad in Deutschland [59 KB] :..

2007|08|06 ..: Luchs-Experten aus Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz vereinbaren enge Zusammenarbeit, PM des NABU und der Luchs-Initiative [39 KB] :..

2007|06|23 ..: Badisches Tagblatt: Der Rückkehr des Luchses steht nichts entgegen [485 KB] :..

2007|06|22 ..: Naturschutzminister Peter Hauk präsentiert neue NABU Luchs-Broschüre, PM des MLR / NABU [64 KB] :..

2007|01|04 ..: Natürliche Wanderung von Wildtieren muss auch in Zukunft möglich sein, PM des MLR [71 KB] :..

2006|12|21 ..: Pforzheimer Zeitung: "Luchse sogar fürs Wohnzimmer" [410 KB] :..

2006|05|17 ..: Pirsch - Heft 9-2006: "Treffen der AG Luchs" [171 KB] :..

2005|12|15 ..: Zahltag: 100 Euro für gesicherten Luchs-Nachweis, PM des NABU / Luchs-Initiative [275 KB] :..

2005|12|09 ..: Zollern-Alb-Kurier: "Experten bestätigen: Luchs lebt im Donautal" [199 KB] :..

2005|12|07 ..: Erneut Luchsbeobachtung im Donautal, PM des MLR [22 KB] :..

2005|12|07 ..: Pressemitteilung NABU / Luchs-Initiative [9 KB] :..

2005|11|09 ..: Schwäbische Zeitung: "Der Luchs jagt wieder im Donautal" [385 KB] :..

2005|10|17 ..: Jäger begrüßen Luchs, PM des LJV [43 KB] :..

2005|10|13 ..: Stuttgarter Zeitung: "Naturschützer loben Luchsprämie aus" [275 KB] :..

2005|10|12 ..: Augen auf beim Waldlauf: 100 Euro für Luchs-Nachweis, PM des NABU / Luchs-Initiative [121 KB] :..

2005|10|12 ..: Badische Zeitung: „Wir waren aus dem Häuschen“ [227 KB] :..

2005|09|30 ..: Wildforscher filmten im Oberen Donautal bei Sigmaringen einen wilden Luchs bei der Rückkehr an ein Beutetier, PM des MLR [23 KB] :..




MELDUNGEN


Januar 2017: Luchs "Friedl" erbeutet Schafe und Ziegen

Ende Dezember 2016 wurden auf einer Weide im Oberen Donautal innerhalb von zwei Nächten mehrere Nutztiere auf einer Weide gerissen. Die Spurensuche vor Ort sowie die Untersuchung der getöteten Tiere im Rahmen des landesweiten Luchsmonitoring ergaben eindeutige Hinweise auf einen Luchs als Verursacher. Gentests des Senckenberginstitutes für Naturforschung in Gelnhausen belegten nun, dass der Luchskuder "Friedl" für die Angriffe verantwortlich war. Luchse ernähren sich gewöhnlich nur von Wildtieren, wie zum Beispiel Rehen. Nutztiere werden selten Opfer dieser scheuen Waldbewohner. Dies belegen auch Erfahrungen aus anderen Ländern. Sehr ungewöhnlich ist es, dass Luchs Friedl innerhalb zweier Nächte drei Schafe und zwei Ziegen gerissen hat. Normalerweise reißt ein Luchs immer nur ein einzelnes Wildtier und hält sich von Nutztieren eher fern. Dem betroffenen Landwirt wird der Schaden aus Mitteln des "Entschädigungsfonds Luchs" ersetzt.

Mehrere Abdrücke im Rauhreif ergaben die ersten Hinweise auf Luchs. FVA


November 2016: Halsband von Luchs "Tello" abgefallen

Das im März 2016 mit einem Halsbandsender ausgestattete Luchsmännchen „Tello“ wurde Ende September von einem Auto erfasst. Dabei löste sich das Halsband. Über den Zustand des Luchses ist bisher nichts bekannt. Im folgenden Dokument werden die Geschehnisse der letzten Wochen zusammengefasst und erste Datenauswertungen zu Luchs Tello vorgestellt.

Link zum Newsletter_02:


Juli 2016: Informationen zum besenderten Luchs "Tello"

Im März 2016 wurde das aus der Schweiz zugewanderte Luchsmännchen „Tello“ im Donautal mit einem Sendehalsband ausgestattet. Seitdem sendet das Halsband regelmäßig Informationen über den Aufenthaltsort des Luchses an die FVA. Im folgenden Dokument finden Sie einen Überblick über die Geschehnisse seit der Besenderung sowie allgemeine Informationen über das Luchsmonitoring in Baden-Württemberg.

Link zum Newsletter_01:


April 2016: Luchs "Friedl" ohne Halsband unterwegs. Dafür Luchs "Tello" am Sender

Am 8. April 2016 löste sich planmäßig das Halsband von Luchs „Friedl“ welches ein Jahr lang Informationen über dessen Aufenthaltsort an die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) gesendet hatte. Die Daten wurden genutzt, um gemeinsam mit den Jägerinnen und Jägern vor Ort dort nach Beutetieren zu suchen, wo sich der Luchs über längere Zeit aufgehalten hatte und somit den Luchs uns sein Verhalten den Jägerinnen bekannt zu machen. Darüber hinaus lag ein Augenmerk auf den Wanderbewegungen des Tieres. Friedl hatte sich nach längerem Aufenthalt im Mittleren Schwarzwald auf Wanderschaft durch quer durch Baden-Württemberg bis kurz vor Ulm begeben. Dort machte er kehrt und wanderte ins Donautal, wo er bis zum Abfallen des Halsbandes ein Streifgebiet von über 300km² nutzte. Ursprünglich war Friedl mit dem wissenschaftlichen Namen B415 aus dem Schweizer Jura zugewandert.

Ende März 2016 gelang es den Forscherinnen und Forschern der FVA mit Unterstützung der Jägerschaft ein zweites Tier im Oberen Donautal zu fangen und mit einem Halsbandsender Auszustatten. Dieser Luchs war in der Region einen Monat zuvor bereits von zwei Jägern beobachtet und fotografiert worden. Auch bei diesem Tier handelt es sich um ein Männchen, dessen Herkunft die Experten von KORA aus der Schweiz über die individuelle Fleckenzeichnung des Fells abklären konnten. Diesmal handelt es sich um einen Luchs aus der Nordostschweiz, mit der Bezeichnung B433. Er war im Jahr 2014 als Jungtier der Luchsin B315 in freier Wildbahn zur Welt gekommen. B433 wurde am 10.07.2015 am Bodensee im Kanton Thurgau das letzte Mal auf Schweizer Boden fotografisch erfasst. Zuvor konnte er zwischen dem 30.11.2014 und dem 25.02.2015 mehrmals – damals noch zusammen mit seiner Mutter B315 und Geschwister B432 – an diversen Rissen in den Kantonen St. Gallen und Zürich fotografisch erfasst werden. Am 1. und 2. April wurde er zum ersten Mal alleine an einem Riss bei Rossfallen im Kanton St.-Gallen noch innerhalb des Mutterreviers fotografisch nachgewiesen. Dann wanderte er Richtung Nord-Westen aus dem mütterlichen Revier ab und wurde am 27.-28.06.2015 an einem Riss bei Bertschikon im Kanton Zürich von einer Fotofalle erfasst.

Bekanntlich sind in den letzten Jahren neben „Tello“ und „Friedl“ zwei weitere Luchse aus dem nördlichen Schweizer Jura nach Baden-Württemberg abgewandert. Das Männchen B328 ist im Jahr 2011 im Kanton Jura geboren und wurde am 4. Juni 2013 bei Wutachschlucht im Schwarzwald tot aufgefunden. Ein weiteres Männchen B430 ist im Jahr 2014 von Baselland 110 km nördlich in den mittleren Schwarzwald abgewandert, wo es auch noch vor wenigen Wochen durch Fotofallen erfasst wurde.

Abwanderung von B433. Bitte beachten Sie: Die blauen Pfeile dienen lediglich der Orientierung der Luftlinie, sie entspricht nicht der tatsächlichen Wanderroute des Luchses. Quelle: KORA


Oktober 2015: Informationen zum besenderten Luchs

Der im April 2015 im Mittleren Schwarzwald besenderte Luchs B415, auch "Friedl" genannt, wanderte Mitte August aus dem Schwarzwald ab udn durchstreifte im Anschluss große Teile Baden-Württembergs, sehr wahrscheinlich auf der Suche nach einem Weibchen. Nährere Informationen zu dem Tier entnehmen Sie dem pdf.

Link zum Poster:


April 2015: Erstmals Luchs in Baden-Württemberg mit einem Senderhalsband ausgestattet

In der Woche nach Ostern gelang es einem Team der FVA einen Luchs im Hochschwarzwald zu betäuben und zu besendern. „Wir konnten den männlichen Luchs bei seiner Rückkehr an das von ihm getötete Beutetier betäuben, untersuchen und anschließend mit einem Senderhalsband wieder in die Freiheit entlassen“, berichtet Micha Herdtfelder von der FVA. Bereits seit Januar 2015 wurden vereinzelte Luchsfährten aus dem mittleren Schwarzwald von der Jägerschaft an die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) gemeldet. Am Ostersonntag fand ein Landwirt ein getötetes Lamm auf der Weide. Der an den Riss zurückkehrende Luchs konnte in der darauffolgenden Nacht mittels Fotofalle identifiziert werden. Nur wenige Tage später wurde das männliche Tier bei der Rückkehr an einen weiteren Riss betäubt und besendert. Dieser Luchs sendet nun während seiner Streifzüge durch den Schwarzwald regelmäßig Daten über seinen Aufenthaltsort an die Forscherinnen und Forscher. Damit kann u.a. die Fläche festgestellt werden, die dieser Luchs im Schwarzwald als Lebensraum nutzt, welche Tiere er bevorzugt erbeutet und ob er längerfristig im Schwarzwald bleiben wird. In benachbarten Ländern sind die Reviere von Luchsen häufig mehrere hundert Quadratkilometer groß. „Ohne Halsbandsender ist es fast unmöglich, die Gewohnheiten dieser großräumig umherstreifenden Tiere zu untersuchen“, so Herdtfelder. Um die Herkunft des Luchses festzustellen, wurden beim Fang DNA-Proben genommen, die nun mit den Daten aus dem Luchsvorkommen im Schweizer Jura abgeglichen werden. Dort wurden vor über 30 Jahren in einem Auswilderungsprojekt Luchse wieder angesiedelt. Seitdem besuchen immer wieder einzelne männliche Tiere den benachbarten Schwarzwald.

Obwohl Luchse Einzelgänger sind, bleiben sie nur ungern ohne Anschluss an ein benachbartes Tier über längere Zeit in einer Region. Auch in diesem Fall gehen die Expertinnen und Experten davon aus, dass der Luchs mittelfristig wieder abwandern wird. Ein weiteres Ziel der Besenderung ist daher, die Wanderrouten der Luchse nachvollziehen zu können. Welche Routen die Einzeltiere, die in der Vergangenheit aus der Schweiz nach Baden-Württemberg eingewandert sind, zurückgelegt haben, ist für die Vernetzung von Lebensräumen von großer Bedeutung.

Wie auch bei dem letzten in Baden-Württemberg nachgewiesenen Luchskuder im Jahr 2013, hat auch bei diesem Tier der Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V. die Patenschaft übernommen. „Wir Jäger wollen damit ein Zeichen für die Akzeptanz von zuwandernden Luchsen setzen“, sagt Klaus Lachenmaier vom LJV. „Gerade für uns Jäger bietet die Besenderung die bisher einmalige Gelegenheit, das Verhalten dieser Tiere zu studieren“. Dass es überhaupt zu einer spürbaren Veränderung des Verhaltens der anderen Wildtiere kommt, wäre laut Lachenmaier auch bei mehreren Luchsen in einer Region eher unwahrscheinlich. Doch entstehen im Zusammenhang mit diesem Luchs auch Sorgen. „Wenn Luchse Schafe und Ziegen töten, muss gehandelt werden. Sollte sich dieser Luchs auf Nutztiere spezialisieren, fordern wir wirksame Maßnahmen, die weitere Übergriffe auf Nutztiere verhindern“, äußert Michael Nödl vom Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband. Der besenderte Luchs tötete nachweislich zwei Lämmer hintereinander. Erfahrungen aus anderen Gegenden mit Luchsbesiedelung zeigen, dass Luchse Wildtiere als Beute grundsätzlich vorziehen. Dennoch kommt es in Einzelfällen immer wieder dazu, dass Luchse Gefallen an den Nutztieren finden. In der Regel reicht es hier die Herde auf eine andere Fläche umzustellen. Auch Warnblinklampen, wie sie an Baustellen installiert werden, kamen zur vorrübergehenden Abschreckung bereits erfolgreich zum Einsatz.

Kommt es zu Übergriffen, so bleiben Landwirte nicht auf ihrem finanziellen Schaden sitzen: Im Jahr 2007 wurde von verschiedenen Jagd- und Naturschutzverbänden gemeinsam ein freiwilliger Entschädigungsfonds eingerichtet, der nun in diesem Fall erstmals zum Einsatz kommt. „Wir hoffen jetzt natürlich, dass dieser Luchs nicht vom Naturschutz zum Anlass genommen wird, neue Verbote und Bewirtschaftungseinschränkungen gegen die Grundeigentümer auszusprechen“, so Michael Nödl. Auch Andre Baumann, Vorsitzender des Naturschutzbundes Baden-Württemberg (NABU) betont, dass Schaf- und Ziegenhalter bei Luchsschäden nicht alleine gelassen werden dürfen.

Trotz dieser Überlegungen und Bedenken ist ein Luchs im Schwarzwald für sehr viele Bürgerinnen und Bürger eine spannende und faszinierende Tierart. Durch einen Luchs erscheint der Schwarzwald ein Stück wilder. Insbesondere der NABU sowie die Luchs-Initiative Baden-Württemberg heißen den Luchs willkommen. Beide setzen sich schon seit Jahrzehnten für die Rückkehr der großen Katze ein. „Luchse gehören zum Schwarzwald wie der Bollenhut“ sagt der Vorsitzende der Luchs-Initiative, Peter Willmann. Eine spannende Schwarzwaldgeschichte mit dem Hauptdarsteller Luchs hat begonnen.

senderhalsband


Februar 2014: Überblick über Forschung zum Management von Großraubtieren in Baden-Württemberg

Die Idee einer aktiven Wiederansiedlung von Luchsen im Schwarzwald löste in den 1980er und 1990er Jahren kontroverse Diskussionen zwischen Kritikern und Befürwortern aus. 2008 startete die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg gemeinsam mit der Professur für Forst- und Umweltpolitik der Universität Freiburg ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, um wissenschaftliche Grundlagen für die anhaltende Diskussion zu schaffen und Lösungsansätze zu erarbeiten. Ein Überblick über die Ergebnisse und die Schlussfolgerungen wurden in einem Poster zusammengefasst.

Link zum Poster:


Januar 2014: Herkunft des im Südschwarzwald verstorbenen Luches geklärt

Die DNA-Untersuchung des toten Luchses aus dem Südschwarzwald, der in der Schweiz die ID B328 trägt, ergaben, dass es sich um ein Jungtier der Luchsin B131 handelt, die zwischen den Jahren 2007 und 2013 regelmäßig im Kanton Jura westlich von Delémont nachgewiesen wurde. Das Muttertier trägt mittlerweile den Namen "KORA" und wurde im März 2013 vom Schweizer Jura in den Nationalpark Kalkalpen in Österreich übergesiedelt, um dort den Bestand zu stützen. Demnach ist der Luchs, der für wenige Monate im Südschwarzwald gelebt hatte, vom Schweizer Kanton Jura ca.100km Luftlinie bis nach Baden-Württemberg gewandert und hat dabei intensiv genutzte Landschaften durchquert. Das Ergebnis zeigt, wozu einzelne Luchse in der Lage sind, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich dabei um einen ungewöhnlichen Fall handelt.


Dezember 2013: Handlungsleitfaden Wolf veröffentlicht

Der „Handlungsleitfaden für das Auftauchen einzelner Wölfe“ wurde durch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz herausgegeben. Der Leitfaden regelt Zuständigkeiten und Kommunikationswege, so dass beim Auftreten einzelner Wölfe in Baden-Württemberg rasch und situationsangemessen reagiert werden kann. Ebenfalls sind Ausgleichszahlungen für getötete Nutztiere durch eine Trägergemeinschaft vorgesehen.

Lesen Sie hierzu die Pressemitteilung des MLR:

Hier gelangen Sie zum "Handlungsleitfaden Wolf":


November 2013: Forschungsarbeiten über Luchse in Baden-Württemberg abgeschlossen und mit Preisen ausgezeichnet

Von 2008 bis 2012 arbeitete die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) zusammen mit der Universität Freiburg im Auftrag des Ministeriums für Ländlicher Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) an dem Forschungsprojekt "Luchs in Baden-Württemberg". In diesem interdisziplinären Projekt wurden erstmals eine differenziert ökologische Lebensraumanalyse und eine Analyse der sozialen Tragfähigkeit für Baden-Württemberg erstellt und miteinander kombiniert, um die Eignung des Landes Baden-Württemberg für eine Luchspopulation sowohl auf naturwissenschaftliche, als auch sozialwissenschaftliche Grundlagen zu stützen und Handlungsempfehlungen für die weitere Arbeit der Arbeitsgruppe Luchs (www.ag-luchs.de) zu geben.
Im Rahmen des Projektes entstanden zwei Doktorarbeiten an der Professur für Forst- und Umweltpolitik der Universität Freiburg, die nun mit zwei Preisen ausgezeichnet wurden.

Die Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg e.V. verlieh Herrn Dr. Micha Herdtfelder den „Walter-Schall Preis“ 2013 für seine Dissertation „Natur- und sozialwissenschaftliche Analysen anthropogen bedingter Mortalitätsfaktoren und deren Einfluss auf die Überlebenswahrscheinlichkeit des Luchses (Lynx lynx)“. Die Gesellschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erforschung der Natur – insbesondere der heimischen – zu fördern und vergibt diesen Preis einmal jährlich für bedeutende wissenschaftliche Arbeiten. In seiner Dissertation analysiert Micha Herdtfelder darin zunächst die Wahrscheinlichkeit, dass es durch zuwandernde Luchse aus dem Schweizer Jura zu einer vitalen Luchspopulation in Baden-Württemberg kommen kann. Mittels räumlich expliziten Simulationsmodellen wird dabei insbesondere die Bedeutung von Verlusten durch den Straßenverkehr und durch gelegentliche illegalen Abschüsse herausgearbeitet. Das Fazit dieses ersten Teils ist es, dass eine Luchspopulation in Baden-Württemberg nur zu erwarten ist, wenn zusätzlich zu den vereinzelten Zuwanderungen mehrere Luchse im Land ausgesetzt werden. Der Erfolg von möglichen Aussetzungen hängt dabei entscheidend davon ab, wie viele Luchse illegal getötet werden. Aus diesem Grund wird in dem zweiten Teil der Arbeit mittels Modellen aus der Rechtssoziologie herausgearbeitet, welche Faktoren die Bereitschaft von Jägern beeinflussen, Luchse zu schonen oder zu schießen. Abschließend werden entsprechende Handlungsempfehlungen für ein zukunftsweisendes Luchsmanagement empfohlen.

Die Gregor Louisoder Umweltstiftung vergab den „Förderpreise Wissenschaft“ an Dr. Angela Lüchtrath. Die Stiftung zeichnet Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus, die sich mit ihren Abschlussarbeiten außergewöhnlich für den Umwelt- und Naturschutz engagiert haben. Angela Lüchtrath erhält den Preis für ihre Dissertation zum Thema „Bewertung von Bestrebungen zum Schutz großer Beutegreifer durch betroffene Bevölkerungsgruppen am Beispiel des Luchses“. Die Dissertation behandelt die Frage, wie betroffene Bevölkerungsgruppen die Rückkehr großer Beutegreifer wahrnehmen. Naturschützerinnen und Naturschützer freuen sich beispielsweise über in Deutschland frei lebende Luchse, während Interessensgruppen wie Jägerinnen und Jäger sowie Landwirtinnen und Landwirte Bedenken haben. Die Forscherin betrachtet die verschiedenen Standpunkte aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive und arbeitet die zentralen Fragen des Konflikts heraus: Für viele Jäger gehe es dabei um Machtverteilungen, die sie als ungerecht empfinden, und das traditionelle, Identität stiftende Berufsbild. Bei Landwirten sei die Frage nach finanzieller Entschädigung wichtig: Wer erstattet Kosten, die der Luchs verursacht und bezahlt zum Beispiel notwendige Zäune? Angela Lüchtraths Studie zeigt, dass bei dem Konflikt nicht die Tiere, sondern soziale Aspekte im Mittelpunt stehen. Abschließend gibt sie Empfehlungen, wie die verschiedenen Gruppen das Problem zukünftig angehen sollten und lösen könnten.

Zur Dissertation von Micha Herdtfelder: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8707/
Zur Dissertation von Angela Lüchtrath: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8347/


Juli 2013: Luchs identifiziert

Der Luchs aus dem Südschwarzwald wurde über einen Abgleich des Fleckenmusters von den Kollegen in der Schweiz (KORA) als Individuum B328 identifiziert. Dieses Tier wurde am 24. September 2012 im Kanton Solothurn und am 24. Oktober 2012 im Kanton Aargau per Fotofalle aufgenommen. Es steht somit fest, dass der Luchs aus der Schweiz zugewandert war. Die Ergebnisse der DNA-Untersuchung stehen noch aus.


Juni 2013: Toter Luchs im Südschwarzwald aufgefunden

Am Sonntag, den 2. Juni, wurde der seit März 2013 regelmäßig im Südschwarzwald nachgewiesene Luchs tot aufgefunden. Der Kadaver wurde von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) in Zusammenarbeit mit dem Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt in Freiburg (CVUA) hinsichtlich der Todesursache untersucht. Als vorläufiges Ergebnis steht fest, dass das stark abgemagerte Tier in Folge einer Erkrankung der Leber und der Nieren sowie einer Entzündung im Darmtrakt gestorben war. Derzeit werden weitere Analysen durchgeführt, um einen möglichen Krankheitserreger zu identifizieren. Häufigste Todesursache freilebender Luchse in Frankreich und der Schweiz sind Verkehrskollisionen und illegale Tötungen. Bei der Untersuchung des Luchses wurden keinerlei Hinweise auf einen Tod durch Fremdeinwirkung festgestellt. Anhand eines Abgleichs der Fellmusterung des toten Tieres mit dem im März fotografierten Luchs konnte nachgewiesen werden, dass es sich um dasselbe Tier handelt.

Der erstmals im März 2013 fotografierte Luchs konnte in den darauffolgenden Monaten aufgrund der Unterstützung durch die lokal tätigen Personen aus Jagd, Naturschutz und Forst mehrmals im östlichen Südschwarzwald bestätigt werden. Es ist bislang noch unbekannt, aus welcher Luchspopulation das Tier stammt. Gerüchte, wonach der Luchs ein entlaufenes Gehegetier sei, da er sich dem Menschen gegenüber gelegentlich gezeigt hat, lassen sich derzeit weder bestätigen, noch widerlegen.  „Luchse, die keine schlechten Erfahrungen mit dem Menschen gemacht haben, können die Nähe des Menschen durchaus tolerieren“, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der FVA, die in engem Austausch mit den Luchsexpertinnen und Experten der Schweiz stehen.  „Die zunehmend siedlungsnahen Beobachtungen Ende Mai sowie das teilweise auffällige Verhalten in dieser Zeit geben keinen Hinweis auf ein Gehegetier. Dieses Verhalten ist ohne Frage der Krankheit zuzuschreiben“ , so die Expertenaussage. Über die Herkunft des Tieres erhoffen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weitere Erkenntnisse über eine DNA-Analyse. Aufgrund der Nähe zur Schweiz ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der vermutlich subadulte Luchs aus einer der Schweizer Populationen zugewandert ist. Der Abgleich mit Fotofallenbildern von Luchsen aus der Schweiz könnte eine Zuordnung ermöglichen. Beide Verfahren sind allerdings sehr zeitintensiv und mit Ergebnissen ist frühestens im August zu rechnen.

totfund


März 2013: Sicherer Luchsnachweis im Südschwarzwald

Ein Autofahrer hat Mitte März im östlichen Südschwarzwald einen Luchs gesehen und fotografiert. Die Fachleute der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) haben die Bilder gemeinsam mit der Jägerschaft vor Ort geprüft und eindeutig einen in Freiheit lebenden Luchs bestätigt. Dies ist seit sechs Jahren der erste sichere Nachweis für diese streng geschützte und heimliche Katzenart in Baden-Württemberg. Die Luchsmeldung wurde in das landesweite Monitoring der FVA aufgenommen. Über die Herkunft des aktuell nachgewiesenen Luchses gibt es bislang keine Informationen. Die Expertinnen und Experten versuchen nun in aller gebotenen Vorsicht weitere Spuren des Luchses zu finden – beispielsweise Haare, die eine DNA-Analyse ermöglichen. Die FVA arbeitet dabei eng mit den Wildtierbeauftragten und der Jägerschaft vor Ort zusammen. Über eine DNA-Proben kann ermittelt werden, ob es sich um die Zuwanderung eines Tieres aus den schweizerischen Populationen, dem Bayerischen Wald oder aus den Vogesen handelt. Da Luchse in kurzer Zeit große Distanzen zurücklegen könnten, ist eine Zuwanderung aus allen diesen Regionen möglich.

Luchs neben Straße


Oktober / November 2011:
"Luchs und Wolf - Herausforderungen für Baden-Württemberg?!
Veranstaltungshinweis für Jäger, Naturschützer, Landwirte, Förster und andere Betroffene"


Großraubtiere wie Luchs und Wolf kehren nach Baden-Württemberg zurück. Im Rahmen eines Kooperationsprojektes der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) unter Beteiligung von Jagd-, Naturschutz- und Landwirtschaftverbänden werden die wichtigsten Erkenntnisse und aktuellsten Forschungsergebnisse zu diesen Tierarten und möglichen Konflikten vorgestellt.

Termine und weitere Infos:


Erstellung eines Handlungsleitfadens für das Auftauchen einzelner Wölfe in Baden-Württemberg

Eine aus Mitgliedern der AG Luchs bestehende Arbeitsgruppe erstellt unter Leitung des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum (MLR) im Jahr 2009 einen "Handlungsleitfaden für das Auftauchen einzelner Wölfe in Baden-Württemberg". Die nächstgelegene Wolfs-Population lebt in den französisch-italienischen Alpen in rund 250 Kilometer Entfernung, von wo aus schon seit Jahren einzelne Tiere in Richtung Norden abwandern. Vor allem junge männliche Wölfe (Rüden) sind sehr wanderfreudig und legen mitunter in kurzer Zeit Distanzen von mehreren hundert Kilometern zurück. Von einem ersten Nachweis eines solchen Tieres bis zur Etablierung eines Familienrudels vergehen in der Regel allerdings mehrere Jahre. Die nördlichsten Nachweise einzelner Tiere stammen aus dem Kanton Luzern, wo im Frühjahr 2009 ein Wolf fotografisch und genetisch bestätigt werden konnte. (http://www.kora.ch/news/archiv/20090415.htm)

Die Rückkehr des Wolfes weckt bei den Betroffenen starke Emotionen und führt erfahrungsgemäß zu einem erheblichen öffentlichen Aufsehen, das im Ernstfall ein rasches Handeln von Verwaltung und Politik erfordert. Im "Handlungsleitfaden Wolf" sollen daher schon vor dem Auftauchen des ersten Wolfes im Land folgende Punkte geregelt und mit Interessenvertretern der Nutztierhaltung, der Jagd und des Naturschutzes abgestimmt werden:

  • Behördliche Zuständigkeiten und Kommunikationswege im Land
  • Monitoring von einzelnen Wölfen
  • Schadensausgleich für den Fall von Rissen an Nutztieren
  • Umgang mit auffälligen Wölfen
  • Öffentlichkeitsarbeit


Ein Ablaufschema regelt insbesondere die behördlichen Zuständigkeiten und das konkrete Vorgehen bei den ersten Wolfsnachweisen. Darüber hinaus wird der Leitfaden Informationen zur Biologie und Verbreitung, dem rechtlichen Status des Wolfes und Adressen von wichtigen Ansprechpartnern enthalten. Der Entwurf des Leitfadens soll nach Fertigstellung von der AG Luchs diskutiert werden. Er soll noch 2009 vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Im Rahmen einer Verwaltungsvorschrift behördenverbindlich veröffentlicht werden.


Forschungsprojekt Luchs in Baden-Württemberg

Seit Frühjahr 2008 arbeitet die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg zusammen mit der Universität Freiburg im Auftrag des Ministeriums an dem Forschungsprojekt "Luchs in Baden-Württemberg". In diesem interdisziplinären Projekt sollen erstmals eine differenzierte ökologische Lebensraumanalyse und eine Analyse der sozialen Tragfähigkeit für Baden-Württemberg erstellt und miteinander kombiniert werden, um die Bewertung der Lebensraumeignung für den Luchs auf regionaler Ebene sowohl auf naturwissenschaftliche, als auch sozialwissenschaftliche Grundlagen zu stützen. Integrative Lösungsansätze sollen darauf aufbauend erarbeitet und deren Umsetzung initiiert werden. Die AG Luchs erhofft sich von dem Projekt Antworten auf wichtige Fragen, die im Zusammenhang mit der Rückkehr des Luchses nach Baden-Württemberg stehen. Das ergebnisoffene Projekt soll als Entscheidungsgrundlage dienen.


Fragen zu dem Projekt beantwortet an der FVA Micha Herdtfelder unter 0761 / 4018-325 und an der Universität Freiburg Angela Lüchtrath unter 0761 / 203-3706

Die Finanzierung erfolgt über das MLR, die Landesjagdabgabe, die Stiftung Naturschutzfonds, die Luchs-Initiative e.V. sowie die Landesbank Baden-Württemberg.

Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Version des Projektposters zu sehen.


"Entschädigungsfonds Luchs" für Baden-Württemberg vorgestellt

Neuer Entschädigungsfonds wurde in Stuttgart vorgestellt

Vorbereitet sein ist besser. Unter dieses Motto stellt die Arbeitsgruppe Luchs seit vier Jahren ihr Engagement um eine Koordination der am Luchs interessierten Gruppen. Am fünften März 2008 wurde in Stuttgart ein Fonds vorgestellt, mit dessen Hilfe Schäden an landwirtschaftlichen Nutztieren ausgeglichen werden sollen, die durch Luchse verursacht werden. Der Fonds ist eine wesentliche Säule des Arbeitsprogramms mit dem Verbände, Wissenschaft und Verwaltung das Land auf die Rückkehr des Luchses vorbereiten wollen. Als rein privat finanziertes Instrument stellt die von

  • BUND Baden-Württemberg,
  • Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V.,
  • Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V.,
  • Luchsinitiative Baden-Württemberg e.V.,
  • NABU-Landesverband Baden-Württemberg e.V. und
  • ÖJV - Ökologischer Jagdverein in Baden-Württemberg e.V.

getragene Initiative einen bemerkenswerten Ansatz der Konfliktvermeidung dar.

Damit ziehen die beteiligten Akteure auch die richtigen Lehren aus den Ereignissen in anderen Bundesländern, die von der Rückkehr großer Beutegreifer unvorbereitet überrascht wurden. Insbesondere die zu erwartenden Probleme mit landwirtschaftlichen und jagdlichen Belangen bedürfen einer vorausschauenden Regelung. Die AG Luchs bringt die divergierenden Interessen schon heute an einen Tisch und sorgt damit für Transparenz, Erfahrungsaustausch, stößt Initiativen für die Landespolitik an und setzt diese mit um.

Am 05. März 2008 stellte die AG Luchs sich und die Ergebnisse ihrer Arbeit vor. Vertreter der Universität Freiburg (Moderation der AG), der Forstlichen Versuchs und Forschungsanstalt (Luchsmonitoring) und der beteiligten Naturschutz-, Jagd- und Bauernverbände informierten die Presse über ihre Zusammenarbeit sowie die im Land eingeleiteten Schritte zum Luchsmanagement.

Die ausführliche Fragerunde mit den anwesenden Pressevertretern und die resultierenden Presseartikel waren deutliche Zeichen für das rege Interesse am Thema „Luchs in Baden-Württemberg“.

Erklärung zum Entschädigungsfonds (Download als pdf-Dokument: Größe 67 kb)


Genetischer Fingerabdruck des Donautal-Luches nicht möglich
Die Herkunft des Luchses, der im Zeitraum September 2005 bis Juli 2006 mehrmals im Donautal sicher nachgewiesen werden konnte, wird ungeklärt bleiben. Eine Kotprobe des Luchses wurde für die Erstellung eines genetischen Fingerabdruckes an Genetiker des Expertenteams von KORA (Schweiz) geschickt. Selbst durch die aufwändige Anwendung von vier verschiedenen Extraktionsmethoden gelang es nicht, die nötige Menge und Qualität an DNA aus der Kotprobe zu extrahieren.

Somit muss auch offen bleiben, ob der Anfang Januar 2007 auf der A8 überfahrene Luchs mit dem Donautal-Luchs identisch ist. Es bestand bislang die Hoffnung, dass die DNA des überfahrenen Tieres mit der DNA des Donautal-Luchses abgeglichen werden könne. Als weitere Vergleichsmöglichkeit blieb somit nur der optische Abgleich zwischen dem präparierten Todfund und den Fotos aus dem Donautal. Da das Fleckenmuster von Luchsen individuell ist und sich im Laufe der Jahre nicht verändert, ist ein solcher Abgleich theoretisch möglich. Für diesen speziellen Fall kamen die zu Rate gezogenen Experten aus Slowenien, der Schweiz und Deutschland aufgrund des schlechten Zustandes des Todfundes zu keinem eindeutigen Ergebnis. Fest steht nur, dass es sich bei den beiden Tieren um ähnlich gefleckte Individuen handelt, ein abschließendes Urteil ist aus den genannten Gründen jedoch nicht möglich.


Juni 2007: Naturschutzminister Peter Hauk präsentiert neue NABU Luchs-Broschüre

"Der Luchs zurück in Baden-Württemberg" - das ist der Titel der neuen 32-seitigen NABU-Broschüre, die Naturschutzminister Peter Hauk am Freitag, den 22.06.2007, auf dem Wildnispfad in Baden-Baden präsentiert hat. Die aus Mitteln der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg geförderte Broschüre soll laut NABU-Landesvorsitzendem Dr. Stefan Rösler dazu beitragen, Wissensdefizite und daraus resultierende Vorurteile abzubauen. Die Broschüre kann kostenlos über den NABU Baden-Württemberg bestellt werden.


Informationen hierzu sind unter www.nabu-bw.de zu finden.


Zur Pressemeldung


Genetische Untersuchung des im Januar 2007 überfahrenen Luchses
An einer Gewebeprobe des am 1. Januar auf der A8 überfahrenen männlichen Luchses wurde durch Mitarbeiter von KORA (Schweiz) eine DNA-Analyse durchgeführt. Über die Analyse von 22 Mikrosatelliten konnten die Zugehörigkeitswahrscheinlichkeiten zu den verschiedenen Luchspopulationen in Europa abgeschätzt werden.

Der Analyse zufolge handelt es sich um einen Karpatenluchs, welcher genotypisch Luchsen aus den Vogesen und dem Bayerischen Wald sehr nahe steht. Nach KORA ergibt sich folgende Reihenfolge der Zugehörigkeitswahrscheinlichkeiten:

Karpaten > Vogesen > Bayerischer Wald

Es ist aus folgenden Gründen allerdings nicht möglich, das Tier einer dieser drei Populationen sicher zuzuordnen:

Für fast alle Wiederansiedlungsprojekte in Mitteleuropa wurden Luchse aus den Karpaten genutzt. Einige dieser Populationen haben sich seit ihrer Etablierung durch "genetische Drift" von der Gründerpopulation genetisch entfernt. Tiere aus diesen Populationen können von den "klassischen" Karpatenluchsen genetisch gut unterschieden werden. Die Vogesenpopulation und die Population aus dem Bayerischen Wald haben bisher noch recht große Übereinstimmungen mit den genetischen Merkmalen der Karpatenpopulation. Das hat zur Folge, dass Tiere aus diesen Populationen genetische nicht in jedem Fall eindeutig von einander unterschieden werden können.

Bezüglich der Frage "Gehegeluchs oder „zugewanderter Luchs" interpretieren wir die Daten folgendermaßen:

Für den Fall, dass es sich um einen Karpatenluchs handelt, würde dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Gehegehaltung stammen. Für den Fall, dass es sich um ein Tier aus den Vogesen oder dem Bayerischen Wald handelt, ist am ehesten von einer Zuwanderung auszugehen. Aus oben genannten Gründen muss die Frage „Gehegeluchs“ oder „zugewanderter Luchs“ aber offen bleiben.

Abgleich zwischen Donautal-Luchs und überfahrenem Luchs:

Ein erster Abgleich mit der aus der Donautal-Kotprobe isolierten DNA erbrachte noch keine Ergebnisse, da die Signale aus der Kotprobe zu schwach waren. Die Genetiker versuchen nun, die DNA aus der Kotprobe noch besser aufzubereiten. Es ist jedoch nicht sicher, ob das gelingen wird.


Überfahrener Luchs im Alb-Donau-Kreis
Am Abend des ersten Januar 2007 wurde auf der A8 bei Laichingen ein Luchs bei dem Versuch die Straße von Norden nach Süden zu überqueren von mehreren Autos erfasst und getötet. Der Autobahnpolizei gelang es zusammen mit dem Jagdpächter den Körper sicher zu stellen und das Tier als Luchs zu identifizieren.

Die Untersuchung des Kadavers wird durch Mitarbeiter des Arbeitsbereiches Wildökologie der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) durchgeführt. Im Vordergrund steht zunächst die Frage, ob es sich bei dem Tier um dasselbe handelt, welches seit September 2005 wiederholt im Oberen Donautal nachgewiesen und fotografiert werden konnte. Aufgrund des schlechten Zustandes des Kadavers kann diese Frage jedoch nicht über den Vergleich der Fellzeichnung mit vorhandenen Fotoaufnahmen sicher beantwortet werden. Aufschluss darüber erhoffen sich die Wissenschaftler nun durch eine DNA-Analyse. Da von dem Luchs im Donautal im vergangenen Jahr anhand einer Kotprobe ein genetischer Fingerabdruck genommen werden konnte, soll ein Vergleich mit Gewebeproben des Kadavers diese Frage klären. Bis die Ergebnisse vorliegen ist die Herkunft des überfahrenen Luchses trotz widersprüchlicher Medienberichte ungeklärt.

In den letzten Jahren wurden der FVA vereinzelte Sichtbeobachtungen oder Spuren aus dem Alb-Donau-Kreis gemeldet. Von einer Luchs-Population in diesem Bereich kann jedoch nach Ansicht der Forscher nicht gesprochen werden. Dies gilt auch für alle anderen Regionen Baden-Württembergs. Vereinzelte sichere Nachweise sprechen jedoch dafür, dass Luchse zumindest sporadisch in Baden-Württemberg vorkommen. Als Erklärung kommen insbesondere Zuwanderungen aus benachbarten Populationen in der Schweiz oder den Vogesen in Frage, aber auch entlaufene oder illegal freigelassene Luchse sind nicht auszuschließen.

Der Fall des überfahrenen Luchses sowie die mehr als 20.000 Wildunfälle pro Jahr in Baden-Württemberg verdeutlichen nach Angaben der FVA die gravierenden Folgen der Landschaftszerschneidung, welche die natürliche Raumnutzung der Wildtiere in zunehmendem Maße behindert. Verluste durch den Straßenverkehr schränken nach Angaben der Forscher darüber hinaus die Möglichkeiten einer Wiederbesiedlung verwaister Lebensräume durch natürliche Zuwanderung in hohem Maße ein.

Fundort Luchs Totfund
Roter Punkt: Fundort


Die Anwesenheit des erstmals im September 2005 im Donautal sicher nachgewiesenen Luchses konnte Anfang Juli 2006 zweifelsfrei wieder bestätigt werden
Der Nachweis gelang, als der Luchs an ein von ihm erbeutetes Reh zurückkehrte. Das Reh wurde einen Tag zuvor in der Umgebung von Thiergarten nahe der Donau zufällig von einem Radfahrer entdeckt. Die schnelle Weiterleitung der Information über den Förster und den Wildtierbeauftragten des Landkreises Sigmaringen an die für das Monitoring zuständige Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) ermöglichte eine zeitnahe Kontrolle des potentiellen Luchsrisses. Die am Reh hinterlassenen Spuren konnten von den Experten eindeutig dem Luchs zugeordnet werden. Mit einer installierten Kamera wurde der Luchs in der darauf folgenden Nacht bei seiner Rückkehr an die Beute fotografiert. Die hierfür verwendete Kamera arbeitet selbständig mit einem Bewegungsmelder und ist mit einLuchsnachweis_Fotofalleem Infrarotblitz ausgestattet. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass der Luchs an seinem Riss nicht gestört wird. Ein Vergleich mit den bisherigen Luchsaufnahmen im Donautal belegte die Annahme, dass es sich um dasselbe Tier handelt, das seit September 2005 viermal an einem Riss fotografiert werden konnte.
Seit dem vergangenen Winter gab es zwar vereinzelte Sichtbeobachtungen im Donautal, ein Nachweis der höchsten Qualitätsstufe (Q1) gelang aber das ganze Frühjahr über nicht. Nach wie vor sind Alter, Geschlecht und Herkunft des Tieres nicht bekannt. Anhand genetischer Analysen von Losungsfunden erhoffen sich die Wildbiologen nun Aufschluss über einige dieser Fragen.

Klicken Sie auf das Bild um die Aufnahme in Originalgrösse zu betrachten.


Erneut sicherer Nachweis eines Luchses im Donautal
Im Dezember 2005 wurde im Donautal bei Sigmaringen erneut ein sicherer Q1-Nachweis eines in Freiheit lebenden Luchses erbracht. An einem zuvor von einem Jagdpächter gemeldeten Riss wurde wie bereits im September 2005 von Mitarbeitern der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) eine Kamera installiert, mit der das Tier bei der Rückkehr an seine Beute fotografiert werden konnte. Da jeder Luchs ein individuelles Fleckenmuster aufweist, war es den Wildbiologen möglich, anhand des Vergleiches mit den Videoaufnahmen vom September 2005 das selbe Tier zu identifizieren.

Luchsnachweis_FotofalleIn welchem Gebiet der Luchs sich zwischen diesen beiden sicheren Nachweisen aufgehalten hat, kann nur vermutet werden. Zwar wurden seit September mehrere Luchsspuren und Risse aus dem Donautal gemeldet und von dem durch die FVA beauftragten Luchsexperten Gerhard Arndt bestätigt, anhand solcher Q2-Hinweise kann jedoch kein Individuum eindeutig identifiziert werden. Weiterhin ungeklärt ist ebenfalls die Frage des Geschlechts, des Alters und der Herkunft des Tieres.

Die Fotographie stellt den zweiten sicheren Nachweis der Kategorie „Q1“ nach der Ausrottung des Luchses im Bereich des Donautals dar. Auch dieser Nachweis ist der vertrauensvollen und gut funktionierenden Zusammenarbeit zwischen den örtlichen Jägern und den Wissenschaftlern der FVA zu verdanken.

Klicken Sie auf das Bild um die Aufnahme in Originalgrösse zu betrachten.


Sicherer Luchsnachweis im Donautal
Im Donautal bei Sigmaringen wurde am 19. und 21.09.2005 der sichere Nachweis eines in Freiheit lebenden Luchses erbracht. Ein Jagdpächter hatte das Tier zuvor in unmittelbarer Nähe eines frisch gerissenen Rehs beobachtet und daraufhin die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) verständigt. Das durch die AG-Luchs aufgebaute Monitoringnetz ermöglichte eine zeitnahe Überprüfung und Beurteilung der Luchsmeldung. Anhand charakteristischer Spuren, die der Luchs an dem Reh hinterlassen hatte, konnte der durch die FVA beauftragte Zoologe Gerhard Arndt die Annahme bestätigen, dass das Reh von einem Luchs erbeutet wurde. Eine daraufhin von den Wildforschern installierte Videoanlage filmte den Luchs bei seiner Rückkehr an den Riss, wodurch die Beobachtung zweifelsfrei bestätigt wurde.
Durch die Mithilfe der Bevölkerung ist somit erstmals ein sicherer Nachweis (Q1) dieser Tierart seit seiner Ausrottung vor rund 200 Jahren erbracht worden. Die Herkunft des Tieres ist unbekannt. Subadulte Luchse können auf der Suche nach neuen Territorien große Strecken zurücklegen. Die nächsten mit Luchsen besiedelten Gebiete sind der Schweizer Jura und die Vogesen.

Videoaufnahme (mpeg-file, 5.4 MB)

Zusätzliche Informationen unter "Aktuelles" auf der Homepage der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (www.fva-bw.de)


Entschädigung von Haustierrissen
Ein aktueller Arbeitsschwerpunkt der AG Luchs ist derzeit die Frage nach der finanziellen Entschädigung von gerissenen Haustieren. Es werden derzeit Modelle aus anderen Regionen im Hinblick auf Ihre Übertragbarkeit für Baden-Württemberg überprüft. Konsens bei allen Teilnehmern der AG Luchs ist, dass durch den Luchs entstandene Schäden an Haustieren dem Besitzer erstatten werden sollen. Obwohl hierfür keine gesetzlichen Vorgaben existieren, sehen die Teilnehmer der AG Luchs die Entschädigung als wichtige Voraussetzung für die Akzeptanzföderung der seltenen Katze.

© Copyright 2010 - www.ag-luchs.de